Die Phasen der Wechseljahre

Die Phasen der Wechseljahre

Im Alter von Mitte bis Ende dreißig geht es ganz langsam und leise los. Es kommt ab und zu vor, dass es zu einem unvollständigen Eisprung kommt oder dieser sogar gänzlich ausbleibt.

Warum ist das so?

Ganz einfach: Wir Frauen kommen mit unseren Eizellen bereits zur Welt, das heißt bei der Geburt sind die Eizellen bereits angelegt und schlummern friedlich die nächsten etwa zehn Jahre vor sich hin, bis zur Pubertät. Es werden keine Eizellen mehr gebildet.

Mit Mitte bis Ende dreißig sind unsere Eizellen also genauso alt wie wir und somit nicht mehr die fittesten – natürlich aus der Sicht der Eizelle gesehen.

  Wir kommen somit in die Prämenopause. In diesem Alter möchten wir verständlicherweise noch gar nichts von Wechseljahren hören. Viele Frauen haben in dem Alter noch einen Kinderwunsch. Wechseljahre? Auf gar keinen Fall!

Und doch ist es so. Durch den unvollständigen Eisprung oder den ausbleibenden Eisprung, fachlich Ovulation – der Eisprung – genannt, kann sich nicht genügend Progesteron bilden. Wir wissen, Progesteron bildet sich vorwiegend aus dem übrig gebliebenen Follikel, dem Gelbkörper. Jetzt kommt es bereits zu leichten Symptomen, die wir meistens gar nicht wirklich wahrnehmen. Die Prämenopause leitet also ganz langsam den Hormonabfall ein. Progesteron ist unser Chill-Hormon und so kann es dann hin und wieder vorkommen, dass wir vor unserer Periode gereizter sind. Das Östrogen arbeitet derzeit unverändert weiter.

Es kann in dieser Zeit zu unregelmäßigen Zyklen kommen, Zwischenblutungen können dabei sein und noch etwas kann plötzlich auftreten: das prämenstruelle Syndrom! Kurz PMS genannt, bewirkt dieses Syndrom, dass wir Frauen gegen Zyklusende plötzlich viel dünnhäutiger sind. Wir sind gereizter, zum Teil sogar depressiv. In dieser Zeit spannen die Brüste und tun weh und manche Frauen leiden unter Migräne.

Trotzdem können die Frauen in dieser Zeit schwanger werden, vielleicht nicht mehr ganz so leicht, aber fruchtbar sind sie nach wie vor.

Die Prämenopause dauert etwa 5 bis 10 Jahre und geht in die Perimenopause über.

 

Wenn die Perimenopause eintritt, sind viele Frauen gedanklich immer noch weit weg von den Wechseljahren. Jetzt beginnt die Zeit der unregelmäßigen Zyklen und der Symptome, die ‚plötzlich‘ erscheinen und oft irgendwie keine richtige körperliche Ursache zu haben scheinen.

Die Eisprünge werden seltener. Wir Frauen können uns jetzt nicht mehr sicher sein, wann und wie unsere Menstruation kommt. Es kann zu scheinbar ‚normalen‘ Blutungen kommen, es kann vorkommen, dass die Zeit zwischen den Blutungen kürzer wird. Das liegt daran, dass bei der vorhergegangenen Menstruationsblutung nicht die komplette Schleimhaut abgeblutet ist und etwa 14 bis 21 Tage danach der Rest abblutet. Oder aber der Schleimhautaufbau geht weiter (weil das Progesteron fehlt) und die Zeit bis zur Blutung länger als normal ist.

Die Blutungen können jetzt stärker oder auch schwächer ausfallen. In dieser Zeit der Perimenopause ist unser Zyklus eine Wundertüte.

Weitere Symptome der Perimenopause können sein:

  • Stimmungsschwankungen
  • Hitzewallungen
  • Gelenkschmerzen
  • Haarausfall
  • PMS
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Trockene Schleimhäute (u. a. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr)
  • Mangelnde Libido
  • Häufiger Harndrang (Aufhalten fällt schwer)
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Brain Frog
  • Herzrhythmusstörungen
  • Vermehrte Ängste
  • Juckende Haut
  • Juckende Vagina
  • Schwindel
  • Blasenentzündungen

 

Und sicher ist diese Aufzählung nicht vollständig. Die Symptome gehen von der Perimenopause in die Postmenopause über oder entwickeln sich erst in dieser. Die  einzelnen Symptome werden extra besprochen.

 

Jetzt bleibt irgendwann die Blutung ganz aus. Die Zeit nach der letzten Menstruationsblutung, der ein Jahr lang keine Blutung mehr folgt, nennt man Menopause. Das heißt, wir können die Menopause erst im Nachhinein bestimmen.

 

Nachdem ein Jahr unsere Menstruation ausgeblieben ist, kommen wir in die Postmenopause.

Wir nehmen die Symptome aus der Perimenopause mit, einige erscheinen nun erstmalig.

Die gängigsten Symptome sind:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Vaginale Atrophie
  • Inkontinenz und
  • Depressionen

 

Jetzt sind die Hormone nur noch in sehr geringen Mengen vorhanden, manchmal komplett nicht nachweisbar. Ich kenne noch die Aussagen, dass, wenn die Hitzewallungen erstmal vorbei sind, wir die Wechseljahre überstanden haben und alles ist gut. Manche Frauen werden ihre Hitzewallungen nie los! Selbst wenn diese wieder verschwinden, oder nie aufgetreten sind, macht das fast völlige Verschwinden der Hormone viel mit unserem Körper, was wir meistens gar nicht mit dem Hormonmangel in Verbindung bringen.

 

Was wir für Möglichkeiten haben, Hormonersatztherapie ja oder nein und auf die Symptome gehe ich extra ein.

 

 

© Petra Nadolny