Persönliche Gedanken
In diesem Artikel möchte ich gar nicht darauf eingehen, was das Wesensmerkmal Hochsensibilität bedeutet. Ich glaube, was die Hochsensibilität ist, was sie ausmacht, wurde schon genug besprochen.
Ich möchte das Thema, wie hochsensible Menschen mit dem aktuellen Zeitgeschehen umgehen etwas näher betrachten, weil es mich gerade deutlich anspricht.
Wir wissen, dass wir HSP uns in andere Menschen, aber auch in Situationen hineinversetzen können. Wir stehen für das harmonische Miteinander, bei aller Kritik, die wir anbringen ist es uns meistens ein Bedürfnis den anderen nicht zu verletzen.
Ich selber bemerke in der letzten Zeit, dass mir Social Media nicht guttut. Natürlich kommt es darauf an, was man dort liest und was einem dort angezeigt wird. Mich interessiert was in der Welt passiert, mich interessiert auch die Politik. Immer wieder mache ich den Fehler und lese auch ein paar der Kommentare. Selbst auf harmlose Beiträge gibt es meistens Kommentare, die jede Menschlichkeit vermissen lassen.
Ob Social Media, Nachrichten in Funk und Fernsehen oder ein Blick in die Zeitung, wir werden erschlagen von negativen Nachrichten. Die Überschriften als provokante Schlagzeilen, damit der Artikel ja gelesen wird. Diese negativen Nachrichten, die oft mit unserer Angst spielen machen etwas mit mir. Und nicht nur mit mir. Wenn ich mich mit anderen hochsensiblen Menschen unterhalte höre ich, ihnen geht es sehr ähnlich.
Diese Flut von Katastrophen, das extrem unfreundliche Miteinander, der Hass und die Aggressionen vieler Menschen untereinander beschäftigt mich gerade sehr. Über Internet, wo wir dem anderen nicht direkt gegenüberstehen, wird keine Rücksicht auf Freundlichkeit genommen.
Berichte über Menschen in Kriegs- oder anderen Katastrophengebieten sprechen mich sehr an. Gerade wir Hochsensible spüren oft die Angst und Trauer dieser Menschen, selbst während einer Reportage im Fernsehen.
Gerade aktuell die Gewalt an uns Frauen. Es ist eine harte Welt geworden, für Alle, besonders aber für mitfühlende und sensible Menschen. Wir erleben Menschen, die nur ihren Vorteil im Blick haben und sonst nichts. Dann sind da die Menschen, die schwach sind, wie die Kinder und alte Menschen. Die Menschen, die in unserem Sozialstaat ganz unten leben, wie Obdachlose und vielfach auch die Migranten. Wenn wir Menschen nur unseren eigenen Vorteil sehen, wenn Menschen, die Mitleid haben, empathisch sind und sensibel die Welt betrachten als kleine Gruppe gesehen wird, die anders als der Mainstream sind, dann macht mir diese Welt wirklich langsam Angst.
Ich habe gerade die Migranten erwähnt, ein Thema, dass polarisiert und damit spaltet. Wann haben wir aufgehört den Menschen zu sehen?
Und doch bin ich fest davon überzeugt, dass die Welt heute mehr denn je neben den Menschen, die ihre Menschlichkeit und Freundlichkeit bewahrt haben, uns hochsensible Menschen braucht. Gerade in der heutigen Zeit sind Werte, Intuition, Empathie und Hilfsbereitschaft dringend benötigte Eigenschaften. Für den persönlichen Erfolg, dem Streben nach Macht und Ansehen vielleicht nicht, aber für das Miteinander und für die Menschlichkeit.
Lasst uns gemeinsam wieder schöne Momente schaffen, Liebe und Menschlichkeit in die Welt bringen. Fangen wir in unserem Umfeld an, aber vergesst nicht, auf euch zu achten. Ruhephasen und Erholung ist in dieser Zeit wichtiger denn je.
Mich interessiert, wie du darüber denkst? Wie gehst du mit dieser Zeit um, die so viele negative Momente und Ereignisse bietet?