Die nachlassenden Hormone in den Wechseljahren haben einen großen Einfluss auf unser Gehirn. Hier steht an vorderster Front das Östradiol. Dieses Östrogen ist für viele Abläufe in unserem Gehirn zuständig. So schützt es die Gehirnzellen und lässt neue Zellen entstehen. Östradiol hilft unserem Gehirn, auf Veränderungen zu reagieren, und hilft bei der Verarbeitung von Informationen. Damit noch nicht genug, Östradiol wirkt sich auf unsere Stimmung aus, indem es eine positive Wirkung auf das Serotonin, unser Glückshormon, hat. Dieses Östrogen sorgt dafür, dass Glukose im Gehirn in Energie umgewandelt wird. Um all seine Aufgaben gut zu meistern, braucht unser Gehirn viel Energie.
Gerade das Gehirn von hochsensiblen Menschen muss mehr verarbeiten und benötigt mehr Energie.
In den Wechseljahren, vor allem nach der Menopause, sinkt der Östradiolspiegel deutlich ab. Statt des leistungsstarken Östradiols wird nun vermehrt Östron ins Gehirn befördert, welches allerdings nicht an die Leistung des Östradiols anknüpfen kann.
Das Gehirn versucht, mit dem Umbruch klar zu kommen, und ist deutlich geschwächt, daraus können einige der Wechseljahressymptome entstehen. Nun sind wir deutlich näher an Burnout und Depressionen gerückt. Als hochsensibler Mensch sind wir da sowieso schon dichter dran.
Ein großes Wechseljahressymptom sind die Schlafstörungen.
50,8 % der Frauen in der Perimenopause und 60 % der Frauen in der Postmenopause gaben in einer Studie an, unter Schlafstörungen zu leiden. Östradiol und Progesteron beeinflussen unseren Schlaf. Schlaf ist für alle Menschen wichtig. Für uns hochsensible Menschen ist er doppelt so wichtig. Wir brauchen einfach einen ausreichenden, erholsamen und ungestörten Schlaf, um uns zu regenerieren und unseren überreizten Körper wieder zu beruhigen. Diese so notwendige Erholungsphase fällt mit dem Schwanken bzw. dem Verschwinden von Östradiol und Progesteron zunehmend aus.
Viele hochsensible Frauen erzählen mir, dass sie mit den Wechseljahren ihren Wesenszug deutlicher spüren. Die Zündschnur wird kürzer, Konzentrationsschwierigkeiten treten auf und sie sind noch schneller überreizt.
Was können wir tun, um besser zu schlafen, unabhängig von Hormonersatztherapie und Medikamenten?
Zuallererst natürlich auch hier der Tipp: Spätes Fernsehen, Computer und Handy halten uns wach.
Gerade hochsensible Menschen, die oft beim Zu-Bett-Gehen den Tag noch etliche Male Revue passieren lassen, haben es schwerer, zur Ruhe zu kommen. Hier zeigt sich, wie wichtig Ruhephasen und Erholung sind.
Pflanzen können die natürliche Ruheregulation beeinflussen, sind aber keine Dauertherapie.
Folgende Pflanzen können bei Schlafstörungen eingesetzt werden*:
– Lavendel,
– Rose,
– Kamille,
– Orangenblüte,
– Baldrianwurzel,
– Melisse,
– Beifuß,
– Waldmeister,
– Hopfen
Die Pflanzen können als Tee, Badetherapie und Kräuterkissen angewendet werden.
Wir können auch mit Düften versuchen, besser zu schlafen. Die Inhaltsstoffe Monoterpenalkohole und Monoterpenester, die in einigen ätherischen Ölen vorhanden sind, sorgen dafür, dass wir schnell zur Ruhe kommen. Sesquiterpene wirken entspannend und beruhigend.
Einige Düfte, die wir ausprobieren können, sind:
- Lavendel,
- Rose,
- Römische Kamille
- Zeder,
- Sandelholz,
- Zirbe
- Benzoe Siam
- Vanille und
- Vetiver
Hier spielt immer auch die persönliche Vorliebe eine starke Rolle. Ein Duft kann noch so beruhigend sein, wenn du ihn nicht leiden kannst, bringt er dich nicht in den Schlaf. Du solltest auch beachten, dass viele hochsensible Menschen deutlich weniger Duft brauchen bzw. vertragen.
Natürlich gibt es noch mehr, was du für einen erholsamen Schlaf machen kannst, dazu ein anderes Mal mehr.
Ich wünsche dir jedenfalls einen erholsamen Schlaf.
(Bilder: Pixabay, P. Nadolny)